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Detmold. „Wie Erziehung garantiert misslingt“, lautet der Titel eines seiner Bücher. Doch wer eine klassische Lesung erwartet hatte, wurde überrascht. Von einem bestens aufgelegten Dr. Jan-Uwe Rogge, der in schönster Comedy-Manier Humor mit Kompetenz vereinbaren kann. „Ich habe Sie mir alle beim Ankommen angeschaut: kaputt und gestresst sehen Sie aus“, sagte der Familien- und Kommunikationsberater und begrüßte seine Gäste damit ungeschönt. „Kinder hassen Eltern, die zu

Erziehungsvorträgen gehen“, setzte er noch einen drauf. „Am schlimmsten sind die, die mitschreiben und

auf den entscheidenden Tipp warten.“ DieTipps,die Rogge im Laufe seines Vortrags verriet (rechts), sind dabei so einfach und so naheliegend, dass sie gar nicht aufgeschrieben werden und auswendig gelernt werden müssen. Denn: Sie basieren auf der simplen These: Sei du selbst und nimm dein Kind so an, wie es ist. „Lacht doch mal oder flippt einfach mal aus“, riet der 67-Jährige zu mehr Lebendigkeit und warnte vor Sätzen im pädagogischen Konjunktiv wie „Du könntest wenn du wolltest“ oder, noch schlimmer: „Ich will doch nur dein Bestes.“ „Mama will mein Bestes, was bleibt dann noch für mich?“, habe ihn ein zwölfjähriges

Mädchen mal gefragt. „Kinder brauchen unwahrscheinlich viel Kraft, um gegen ständig glotzende und unbarmherzig diagnostizierende Eltern zu bestehen“, weiß der selbst ernannte Erziehungspapst. „Heute müssen Kinder nicht einfach spielen, sondern schön spielen. Erziehung ist zum Hochleistungssport geworden, bei dem man nur scheitern kann. Ihr müsst nicht immer alles richtig machen.“ Wenn Dr. Jan-Uwe Rogge Mütter schon einmal als bissige Hyänen beschreibt, deren Nachwuchs mit Bachblüten stillgelegt oder anderweitig homöopathisch bekifft ist, nimmt ihm das niemand übel. Denn er hat – das wissen viele aus eigener Erfahrung – leider Recht, wenn er beschreibt, wie SUVs direkt vorm Klassenraum parken, damit das Kind nicht vom sauren Regen erschlagen wird. „Erziehung hat nichts mit ziehen zu tun, sondern mit begleiten. Erziehung ist wirkungsunsicher, aber man sollte trotzdem nicht darauf verzichten, sondern in Beziehung bleiben“, sagte Rogge am Ende und gab den sichtlich bewegten Eltern damit einen weiteren entscheidenden Hinweis mit auf den Weg.

 

Bericht und Foto aus der LZvom 14./15. Mai 2015 von Sandra Castrup

 

 

 

 

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Vom ersten Moment der Konzerte war es zu spüren, dass hier echte Profis am Werke waren. Herr Rademacher am Klavier und Herr Brandt führten die Kinder und Zuschauer mit viel Esprit in das Leben des Komponisten W.A. Mozart und in die märchenhafte Handlung der Oper „die Zauberflöte“ ein und es wurde allen schnell klar, dieses Stück ist nicht nur etwas für Musik- und Opernliebhaber, sondern es spricht alle Menschen an, ob groß oder klein. Das hatten in den Wochen vor den Aufführungen auch bereits die Schüler der ersten Klassen erfahren, die sich im Musikunterricht mit Teilen der Oper intensiv beschäftigt hatten. So entstanden Bilder der Hauptfigur, z.B. des Vogelfängers, selbstgebaute Panflöten und kleine musikalische Ensembles mit Gesang, Instrumenten und Tanzeinlagen.

Als der Vogelfänger in seinem originellen Federnkostüm, dargestellt vom Tenor während der Konzerte schwungvoll die Bühne betrat und die Kinder mit seinem Auftritt in den Bann zog, durften einige Kinder spontan eine kleine Rolle übernehmen und so in die Szene einsteigen. Unter der allgemeinen Begeisterung Ihrer Mitschüler kamen so die selbstgebauten Instrumente zum Einsatz und ganz ehrlich: Wer hatte schon mal die Gelegenheit, von einem echten Vogelfänger im Wald gefangen zu werden?

Und weiter ging es durchs Programm und schon führte Herr Rademacher die Kinder zum Auftritt der sternflammenden Königin der Nacht, die die Kinder mit ihrem silbernen langen Glitzerkleid und ihrem wunderbaren hellen Sopran zum Staunen brachte. So hohe Töne hatten viele Kinder wohl noch nie so nah gehört.

Im Unterricht hatten sich die Kinder mit ihren Klassenlehrern bereits Fragen an die Mitwirkenden überlegt, die sie während der Vorstellung stellen durften. So erfuhren die Kinder viele interessante Details über den Beruf und das Leben als Sänger oder als Dirigent am Theater. Zum Abschluss schlüpfte die Königin der Nacht wie von selbst in die Rolle ihrer Tochter, der Prinzessin Pamina, und sang gemeinsam mit dem Vogelfänger Papageno das Duett „Männer, welche Liebe fühlen“. Herr Brandt erzählte den Kindern das Ende der Geschichte, dass eben wie im echten Märchen ein „Happy End“ ist. Pamina bekommt ihren Prinzen Tamino und Papageno ist selig, denn auch er bleibt nicht allein und heiratet eine liebes Vogelweibchen, die Papagena.

Ja, und wer jetzt so richtig Lust auf Theater bekommen hat, der geht spätestens ab heute auch mal gerne ins echte Theater unten in der Stadt. Da kann man sich für eine kurze Weile verzaubern lassen und in eine fremde Welt eintauchen.

Vielen herzlichen Dank, liebe Mitwirkende, dass Ihr uns in unserer Schule besucht habt und wir euch so nah erleben durften!

 

Impressionen vom Hoffest

Wasser überall

 
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